
Zum ersten Mal stehen wir früh auf. Für uns heißt das: 8 Uhr. Ein Anruf
beim Kanu-Center in Arvika ergibt, dass das Abholen von uns und den Booten
510 SEK kostet. In unserem jugendlichen Leichtsinn hatten wir angenommen,
dass sich die verkürzte Mietdauer (wir hatten für 3 Tage mehr im Voraus
bezahlt) mit der Abholgebühr verrechnen ließe, dabei aber die Rechnung
ohne die gierigen Schweden gemacht. Wir finden das Verhalten des Kanu-Centers
frech.
Da sich Tom vom KC Arvika auch beim zweiten Telefongespräch und nach eingehender
Schilderung von Toobis Situation nicht kompromissbereit zeigt (Toobi muss zum
Arzt!) und außerdem verkündet, wir könnten frühestens am Nachmittag abgeholt
werden, entschließen wir uns zum Äußersten: Wir lassen die Botte allein in
Lenungshammer am Campingplatz zurück, nachdem wir sie gereinigt haben, und
lassen uns dann von Pete nach Glava fahren, wo wir auf den Bus nach Arvika warten.
In Glava informiert Jan Tom telefonisch und unter Verwendung zahlreicher Fernsehfloskeln
von der aktuellen Situation. ("Sie dürfen die Boote nicht verlassen." -- "Das haben wir
bereits getan.") Als Ergebnis erhalten wir alle Hausverbot, was aber nach den Ereignissen
nicht mehr nötig ist. Keiner von uns hat vor, bei den gierigen Schweden noch einmal ein
Boot zu mieten.
In Arvika am Bahnhof verabschiede ich mich von Jan und Toobi, die zunächst einen Arzt
aufsuchen und dann nach Haus fahren wollen. Da ich mein 5-Tage-ScanRail-Ticket noch nicht
aufgebraucht habe, setze ich mich in den Zug nach Norden, um dort einige weitere Tage
im Fjäll zu verbringen.
Nachtrag: Toobi hat, zurück in Deutschland, Muffensausen bekommen und die 510 SEK doch
noch in einen Briefumschlag gesteckt und nach Arvika geschickt. Ob sie dort angekommen sind,
wissen wir nicht. Aber Toobi fühlte sich danach angeblich besser.