Nach einer langen Reise im legendären Nachtzug nach Luleå steige ich in
Boden in den Zug nach Narvik um. Um 15:42 erreiche ich schließlich Abisko
turiststation.
Bei unserer Norwegen-Tour 1998 hatte mir die Gegend um Abisko so gut gefallen,
dass ich die Gelegenheit, hier noch einmal wandern zu gehen, einfach nicht
verstreichen lassen konnte.
Ich tausche in der Turiststation noch einmal etwas Geld um, verschicke die
ersten Postkarten (die im Gegensatz zu 1998 nicht völlig durchweicht sind),
kaufe mir eine Landkarte von der Gegend, Brot und Marmelade und mache mich
schließlich auf meinen Weg nach Süden, auf dem Kungsleden.
Definitiv nicht auf dem Kungsleden: Eine defekte Brücke
Gegen halb sieben beschließe ich, mein Lager aufzubauen. Obwohl das Wetter
heute ausgezeichnet war, ist das Holz noch zu nass, um ohne weitere Hilfsmittel
ein Feuerchen zu entzünden. Zur Entschädigung kann ich zwei vorbeigehende
Wanderer belauschen, die mir folgendes Gespräch schenken, das mehr an ein altes Ehepaar
denken lässt als an zwei Männer:
- "Nun geh doch mal nicht so gnadenlos schnell!"
- "Gar nicht gnadenlos. Ich habe nur meinen Rhythmus gefunden."
- "Na toll. Gnadenloser Rhythmus!"
Nach dem Verdrücken einer leckeren Kartoffelbrei-Kombo im Lichte der Abendsonne
räkele ich mich noch ein wenig auf einer nahe gelegenden Felsformation und ziehe
mich, als die Mücken zu penetrant werden, zum Lesen in mein Zelt zurück.