Gegen 9:30 komme ich endlich aus dem Bett und fühle mich ganz schlecht,
weil ich eigentlich schon um 7 hatte aufstehen wollen. Aber die nächte
sind hier im Norden bereits kühler als erwartet, deshalb habe ich schlecht
geschlafen. Und eigentlich bin ich ja hier im Urlaub. Also alles nicht so
schlimm. Dennoch ärgere ich mich kurz, die dünnste Iso-Matte, die ich
finden konnte, mitgenommen zu haben, und ziehe dann um halb elf endlich los.
Als ich gegen 11 eine deutsche Reisegruppe beim Zeltabbau erwische, kann das
mein schlechtes Gewissen erleichtern. Kurz nach zwölf erreiche ich die Brücke
zur Abiskojaurestugorna, wo ich kurz pausiere und nach eingehendem Studium
der Karte beschließe, bereits hier den Meinstream-Kungsleden zu verlassen
und in Richtung Südwesten zur Unna Allakasstugorna zu wandern.
Ein kleiner Nager quiekt und versucht, mich zu beißen.
Die Veränderung ist ziemlich krass: Zwar gibt es auch hier, abseits des
Kungsleden, an ganz harten Stellen Brücken und Holzlatten, aber insgesamt
muss ich viel mehr arbeiten, um voran zu kommen. Mein Weg führt mich durch
Sumpfgebiet und ein verlassenes Samendorf mit eigenem Fußballplatz. Ich stelle
mir vor, wie die Samen hier an einem lauen Sommerabend Fußball spielen und
werde ein wenig neidisch.
Pünktlich um 7 Uhr schlage ich etwa 2 km östlich von der Allakas-Stugorna
mein Zelt auf. Um 8 Uhr fängt es an zu regnen. Gut so! Sind morgen vielleicht
die Wolken weg.
Ergebnis des heutigen Mückenkriegs: 300 zu 10.