Um 8 Uhr wache ich auf. Da es regnet, beschließe ich, im Zelt zu
frühstücken, mir dann den Schöning vorzunehmen und ein wenig
Theoretische Informatik zu lernen. Als ich gerade beim Resolutionskalkül
der Prädikatenlogik bin, höre ich draußen eine Wandererhorde (werden wohl
so 3 bis 4 gewesen sein) an meinem Zelt vorbeiziehen. Das ist mir Grund
genug, nun doch aufzubrechen.
Der Weg ist beschwerlich, es geht auf und ab, ich rutsche oft aus. Kurz vor
der Unna Allakas komme ich vom Weg ab. Endlich an der Hütte angekommen,
begegne ich dann einem Schweizer Ehepaar, das von Riksgränsen her gekommen ist
und eigentlich über die Gletscher wollte. Nun tut aber dem Mann sein Bein weh,
und sie werden wohl in der Stuga übernachten. 195 SEK pro Person -- gut, dass
mein Knie im Moment noch keine Probleme macht.
Ich verzehre eine Dose Tuna mit genkoblauchtem Tomatenmark (delikat!) und reise
dann weiter.
Am nächsten großen See angekommen, traue ich meinen Augen nicht: 2 Norweger
schippern in dieser abgelegenen Gegend mit einem Kanu über das Wasser und
unterhalten sich lautstark -- wahrscheinlich über den verrückten Deutschen,
der sich gerade am Ufer auszieht und dann in den eiskalten See springt. Ich will
nicht verraten, wie lange ich mich vorher nicht mehr anständig gewaschen habe,
aber es war eine ganze Weile.
Der eiskalte See
Auf der anderen Seite des Sees treffe ich dann eine Stunde später die Norweger.
Völlig verrückt die Typen! Die wohnen hier 3 Monate lang zu dritt in einer
Hütte und sehen nur mal ab und zu einen Wanderer vorbeikommen. Ich will lieber
nicht wissen, was die hier ohne Frauen so machen.
Meine Lieblingsbrücke
Bereits um 6 Uhr schlage ich heute mein Zelt auf. Früh, aber nicht zu früh,
denn bereits viertel vor 7 fängt es wieder an zu schiffen. Obwohl ich heute
fast nicht geschafft habe, bin ich sehr erschöpft. Ich begutachte die Blasen an
meinen Füßen und beginne mit dem gemütlichen Teil des Tages...