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Zum ersten Mal habe ich hier oben wirklich schlechtes Wetter. Ich bin bereits um 8 Uhr wach, bleibe aber noch bis halb elf im Zelt, um bessere Zeiten abzuwarten. Die kommen nicht. Statt dessen weiter Regen. Also breche ich irgendwann in den Regen hinein auf.

Nach einer halben Stunde angenehmen Weges habe ich den ersten Wasserlauf zu queren. Das kostet mich fast eine Viertelstunde und, wenn man einmal von den Mücken absieht, das erste Blut. Wenigstens bekomme ich keine nassen Füße. Ich freue mich, weil ich mir am Morgen gerade erst frische Socken gegönnt habe.

Vielleicht eine Stunde und etliche Wasserläufe später kommt es dann aber doch zum Unvermeidlichen: Weit und breit kein akzeptabler Übergang in Sicht. Also in den sauren Apfel gebissen und durch den Fluss marschiert. Es folgt eine Ewigkeit aus Gesteinsbrocken. Unangenehm zwar für die Füße, aber immer noch besser, als Flüsse zu durchqueren. Ich hatte die Fähigkeit von nassen Socken, einem das Wandern zu vermiesen, leider unterschätzt. Dabei hätte ich es von früheren Touren eigentlich besser wissen müssen!


Schlechte Sicht!

Langsam ziehen Wolken auf. Als ich auf dem "Gipfel" meiner heutigen Etappe angekommen bin, sehe ich keine 20m mehr. Folglich komme ich auch vom Weg ab, kann dann aber mit Hilfe des Kompasses (oder in Bundeswehrsprache: "des Kompanten") doch noch die eingezeichnete Hunddalshytta finden. Hier trifft mich sogleich der Schlag der Zivilasation in Form Hitachi EX220, eines Baggers. Der soll hier offenbar den Bau der Straße vorantreiben. Na toll!


Stolz der norwegischen Bauarbeiter: Der Hitachi EX220

Ich gehe weiter und begegne wenige hundert Meter später einer verirrten Holländerin, deren Zelt gerissen ist und die deshalb verzweifelt nach der Hunddalshytta sucht. Ich schicke sie in die Richtung, aus der ich gekommen bin, muss aber kurz darauf (beim Erreichen der echten Hunddalshytta) feststellen, das das Haus mit dem Bagger gar nicht die Hütte ist, nach der die arme Frau sucht. Also lasse ich den Rucksack liegen und renne der Holländerin hinterher. Ich erwische sie schließlich und kann sie der Geborgenheit der Hunddalshytta zuführen.

Für mich selber ist die Hütte nicht das Richtige, und ich wandere weiter. Guten Mutes überlege ich mir, dass ich ja eigentlich die Nacht hindurch wandern und dann rechtzeitig zum Elf-Uhr-Zug in Narvik sein kann. Dumme Idee. Zwei Stunden später zwingen mich der heftige Wind und sein Bruder, der Regen, zum Stopp, und ich bin heilfroh, als ich endlich in mein Zelt krabbeln kann, das ich auch bis 10 Uhr morgens nicht mehr verlasse.

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