
Nachdem ich auf meinem Abstieg ins Tal die Mörderfelsen mit ihren
rutschigen Bächen hinter mir gelassen habe, gerate ich in einen Birkenwald,
in dem ich mich natürlich verlaufe. Ich versuche, klug zu sein, orientiere
mich an einem großen Fluss, der irgendwo zu meiner Linken rauscht, und
gehe ansonsten einfach nur bergab. 1000 Höhenmeter sind zurückzulegen,
und dies scheint mir die sinnvollste Möglichkeit zu sein.
Tatsächlich erreiche ich irgendwann die Straße nach Narvik, koche mir ein
paar Nudeln am Straßenrand und wandere dann gemütlich in den Sonnenuntergang
hinein am Straßenrand nach Narvik. Meine Kniee schmerzen von den ihnen
aufgebürdeten Strapazen, und ich bin froh, als ich nach knapp drei Stunden
Straße endlich den Narviker Bahnhof erreiche.
Erwartungsgemäß ist der Bahnhof voll mit Interrailern aus aller Welt. Entgegen
meiner Erwartung macht der Bahnhof aber abends um 10 zu, und alle Leute werden
hinausgeworfen. Toll! Zusammen mit zwei verrückten Italienern gehe ich zu
Pepe's Pizza und genehmige meinem Geldbeutel eine Salami-Pepperoni-Pizza für
32 Mark. Oben drauf gibt's noch eine Cola für 6 Mark. Saftige Preise haben sie,
die Norweger!
Als Unterkunft finden wir schließlich den leerstehenden Keller eines Kaufhauses,
in dem wir unsere Isomatten ausbreiten und auf den nächsten Tag warten.